Problematik zinstragender Währungen und von Zinseszins-Effekten

Im Jahr 2010 haben die Zinsgutschriften in Deutschland über 386 Milliarden (Mrd.) Euro betragen – das sind rund 1,06 Mrd. (oder 1060 Millionen) Euro pro Tag (!). Diese Zinsen müssen - wie oft fälschlich angenommen – nicht allein von den Kreditnehmern, sondern letztlich auch von uns allen aufgebracht werden: Die Kreditkosten (mit den entsprechenden Zinsanteilen) werden von Herstellern, Handwerkern, Vermietern usw. über die Preise (bzw. bei öffentlichen Einrichtungen über Steuern und Abgaben) an die Allgemeinheit weitergereicht, durchschnittlich etwa 400 Euro pro Monat und Kopf – vom Säugling bis zum Greis. Die Gewinner sind letztlich diejenigen, die wesentlich mehr haben als sie brauchen, nämlich etwa die reichsten 10% der Haushalte. Dies lässt sich aufgrund der extrem ungleichen Vermögensverteilung belegen, wobei das reichste Zehntel der Haushalte über 60% des Nettovermögens besitzt.
Zudem leistet zinstragendes Geld einen wesentlichen Beitrag zur zunehmenden Ungleichheit der Vermögensverteilung. Es handelt sich also um eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben, was teilweise die Frage beantwortet, warum Geld im Laufe der Zeit allerorten immer knapper zu werden scheint ... Ein weiterer Grund, sich mit Geldeigenschaften etwas näher zu befassen und aus diesen Erkenntnissen heraus Konzepte wie z. B. CARLO zu unterstützen, die der Gemeinschaft nützen, anstatt Einzelpersonen (zu Lasten der Gemeinschaft) zu extrem hohen, "leistungslosen" Einkommen zu verhelfen.

Falls die Existenz von Regionalgeld zu einer breiten Diskussion über die Auswirkungen von zinstragendem Geld führen würde, wäre schon viel gewonnen.

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